Dez 01 2016

„Syrien – Menschen Schicksale“ Ergreifende Präsentation zweier Flüchtlinge

Bericht zur multimedialen Präsentation „Syrien  –  Menschen Schicksale“ von Hamed und Ahmed Alhamed am 24. Nov. 2016 im Pfarrheim St. Margaretha in Ostenfelde

 

Ostenfelde. Im Namen der FHO – Flüchtlingshilfe Ostenfelde begrüßte Hubert Spliethoff die knapp 100 Besucher im nahezu voll besetzten Pfarrheim St. Margaretha Ostenfelde, um die multimediale Präsentation „Syrien – Menschen Schicksale mitzuerleben.

Die syrischen Brüder Hamed und Ahmed Alhamed gewährten mit ihrem Vortrag einen tiefen Einblick in ihr persönliches Leben vor und während des Krieges in Syrien, ihrer Flucht durch die Türkei,  über die Balkan Route nach Deutschland und das Leben in Ennigerloh.

Berichtet wurde von einem guten Leben in Syrien vor dem Krieg. Videos und Bilder zeigten das sehr harmonische  Funktionieren verschiedener Religionen und Kulturen  miteinander.  Als aber das Volk für mehr Freiheit demonstrierte, wurde von dem diktatorischen Regime Bashar al-Assads direkt mit aller Härte und Waffengewalt gegen die Demonstranten vorgegangen. Das hat sich leider bis zum heutigen Krieg aufgeschaukelt und der IS nutze die Chance, sich ebenfalls vom Irak her einzumischen. Ihre Heimatstadt Deir ez-Zor wie auch andere Städte und Gegenden sind inzwischen völlig zerstört. In den regimetreuen Städten und Gegenden Syriens pulsiert weiterhin ungehindert das Leben. Flüchtlinge bzw. Regimegegner werden dort nicht aufgenommen aber gnadenlos verfolgt. Deswegen schien für die Brüder Hamed und Ahmed Alhamed und viele andere Syrer die Flucht als einziger Ausweg. Dramatische Videos und Bilder zeugen von äußerster Brutalität dieses Krieges aber auch während der Flucht. Ein Video zeigt z. B. ein singendes Mädchen auf einem belebten Markt, wo im nächsten Augenblick eine Bombe das muntere Leben an dieser Stelle total zerstört oder zeigt das völlig zerstörte Haus und die Umgebung seiner Familie. Nichts ist mehr sicher vor den Gewalttaten des Regimes, keine Rücksicht auf alte Leute, Frauen oder Kinder. Sterbende konnten nicht gerettet werden und wurden von hungrigen Tieren gefressen.  Vielen Menschen konnte nicht geholfen werden, da es an geeigneten Hilfsmitteln fehlt. Viele ihrer unmittelbaren Freunde und Bekannte haben das Leben im Bürgerkrieg verloren oder sind vermisst. Dokumentiert wurde auch die dramatische Bootsüberfahrt von der Türkei zur griechischen Insel.

Hamed und Ahmed Alhamed möchten mit ihrer zum Teil sehr emotionalen und schwer zu ertragenden aber auch selbstkritischen  Präsentation Vorurteile abbauen und Verständnis für ihre Situation wecken. In Ostenfelde leben zwei weitere Familien, die aus derselben Stadt geflohen sind und gleiche Erlebnisse erfahren mussten.

Zum Schluss  gab es noch eine sehr positive lebhafte Diskussion.

 

SONY DSC

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hamed Alhamed mit einem Bild seiner 5 Freunde; 4 davon sind durch den Krieg getötet und ein Freund ist vermisst

 

SONY DSC

Hamed (Mitte) bei seiner Präsentation mit seinem BruderAhmed Alhamed (rechts) und links Jana Nivelnkötter (Übersetzerin)

Kein kommentar

Keine Kommentare.