Mrz 12 2008

Ostenfelde die Perle des Münsterlandes

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schloss21.jpg  Ostenfelde

 

“Die Perle des Münsterlandes”


In einem Güterverzeichnis des Klosters Werden an der Ruhr taucht erstmals um 900 der Name Ostenfelde als “Astonfelde” auf. Zwischen 1022 und 1032 fällt wahrscheinlich die Gründung der Pfarre, die im Jahre 1177 erstmals in einer Urkunde genannt wird.

Hinricus dictus Vinke de Ostenfelde erbaute um 1300 die Burg Varnholt, was so viel wie “vor dem Holze” heißt und von dem sich leicht der heutige Begriff Vornholz ableiten lässt. Zum gleichen Zeitpunkt errichtete ein Halbbruder des Hinricus die Keuschenburg. Zudem wird aus dem castrum tor Horst die Nienburg (neue Burg). Um 1580 beginnt der lang andauernde Rechtsstreit zwischen den Besitzern der Nienburg und der Keuschenburg.

Während des 30-jährigen Krieges überfiel Christian von Braunschweig, mit den Hessen verbündet, zweimal Ostenfelde. Die Straße Hessenknapp Richtung Ennigerloh zeugt noch heute namentlich von jener schlimmen Zeit.

Im Jahre 1656 erwirbt Dietrich Hermann von Nagel den Besitz Vornholz, der im 30-jährigen Krieg zum Teil zerstört wurde. Auf den alten Grundmauern erbaute der Architekt Pictorius der Ältere das heutige Schloss Vornholz. Die Geschichte Ostenfeldes ist bis heute mit diesem Adelsgeschlecht eng verbunden.

Nach dem immer noch anhaltenden Streit zwischen den Besitzern der Keuschen- und der Nienburg wird 1675 der Besitzer der Nienburg verhaftet. Auf Befehl des Fürstbischofes Christoph Bernhard von Galen wird die Nienburg anschließend von den Soldaten des Dietrich Hermann von Nagel zerstört. Nur eine Ruine erinnert heute an den Standort der Burganlage.

Der als “toller General” bekannte Christoph Bernhard von Nagel erwirbt im Jahre 1697 den Landbesitz von Nienburg und Keuschenburg. Auch von der Keuschenburg ist heute kaum noch etwas übrig geblieben, nachdem sie 1868 abgetragen worden ist, so dass im Mühlbachtal nur noch Reste dieser alten Anlage zu sehen sind. Durch die Heirat des Hermann Adolf von Nagel mit Johanne Elisabeth von Doornick im Jahre 1765 heißt das Geschlecht nunmehr von Nagel-Doornick.

1804 wurde das Amt Stromberg aufgelöst. Ostenfelde bis dahin dort zugehörig, kam hernach zum neu gebildeten Kreis Beckum. Nach der Befreiung von der französischen Besatzung wurde Ostenfelde dem damaligen Kreis Warendorf zugeordnet.

Die alte Kirche auf dem Margarethenplatz wurde abgebrochen, nachdem in den Jahren 1860/61 die neue Kirche erbaut worden war. Heute, nach Fertigstellung des schönen Margerethenplatzes, zeichnet eine Steinreihe den Umriss des ehemaligen Gotteshauses nach. Seit Jahrzehnten wacht die heilige Margaretha über Ostenfelde und über den nach ihr benannten Platz, auf dem früher die Kirche stand.

1873 wurde in Ostenfelde ein Krankenhaus gegründet: Der Umzug in das neue Haus fand im Jahre 1882 statt. Später, als die Gesundheitsreform den kleineren Krankenhäusern im Land das Lebenslicht ausblies, wurde aus diesem Haus ein Heim für junge Mädchen. Heute sind dort schöne Wohnungen; im Garten des ehemaligen Krankenhauses wurde ein schönes Doppelhaus und ein Einfamilienhaus errichtet. Zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Schulräume erweitert bzw. neu eingerichtet.

Das Geschlecht derer von Nagel-Doornick war stets eng mit der Reiterei verbunden. Clemens Freiherr von Nagel-Doornick gründete 1937 das Gestüt Vornholz, das nach seinem Tode wieder aufgelöst wurde. Auf seine Initiative hin wurde in einem Trakt des Schlosses ein Kavalleriemuseum eingerichtet, das durch Schenkungen stets erweitert werden konnte. Es gibt anhand von Uniformen und anderen Stücken einen Überblick über Preußens Geschichte und wird heute von vielen interessierten Gästen besucht.


Dank seiner schönen Lage wurde Ostenfelde, auch Perle des Münsterlandes genannt, ein lohnendes Ziel im Fremdenverkehr.Viele Wege führen nach Rom sagt man. Ostenfelde, die Perle des Münsterlandes, lässt sich aus Richtung Ennigerloh, Westkirchen oder Oelde am besten (und schönsten) über Rad- und Wanderwege erreichen: Durchs Geisterholz und über die Bauerschaft Köntrup von Osten her, über den Domhoff am Hohen Kreuz vorbei oder an der Schürenbrink-Kapelle aus Nordwesten, über die Reste der alten Landstraße und durch das Liebestal aus westlicher Richtung. Schon auf diesen Pfaden bekommt man erste Eindrücke, wie schön die “Perle des Münsterlandes” ist.Die Ostenfelder haben zwar ein bisschen “gegrummelt”, als zum 1. Januar 1975 die kommunale Neuordnung NRW in Kraft trat und damit das ehemalige Amt Beelen mit dem Nachbarn Westkirchen aufgelöst worden ist. Aber es gab schon vorher viele Verbindungen zwischen Ennigerloh und Ostenfelde. Nicht nur der zahlreichen Gäste wegen, die häufig zum Margarethenplatz wandern oder radeln, um sich hier bei einer ausgiebigen Rast vom Charme dieses schönen Dorfes einfangen zu lassen. Und ein Besuch am Schloss Vornholz gehörte schon lange vor der Neugliederung der Kommunen zum festen Ausflugsprogramm.Heute, zweieinhalb Jahrzehnte später, ist Ostenfelde zweifelsohne die schmuckeste aller drei schönen Ennigerloher Töchter. Der zentrale Margarethenplatz, jüngst hervorragend hergerichtet, bietet nicht nur dem Bürger-Schützen-Verein eine prachtvolle Kulisse zum Aufmarsch, er dient zugleich als Anlaufstelle für jene, die einen Abstecher in die vorzügliche Gastronomie des Ortes machen wollen, oder für jene, die einen Spaziergang zum Schloss unternehmen. Das dort vor Dekaden eingerichtete Kavalleriemuseum sucht weit und breit seinesgleichen, der Ruhm des ehemaligen Gestütes Vornholz (Stichwort: Ramses) lässt Reiter noch heute mit der Zunge schnalzen.Mittlerweile hat sich rund um das herrschaftliche Haus der Golfclub etabliert. Er gibt sich nicht abgeschottet und nur für eine kleine Klientel erreichbar; seine 18-Loch-Anlage dient oft Neugierigen und Interessierten für Schnupperkurse, die gern angenommen werden.

Informationen über die Öffnungszeiten teilt ihnen gerne der Verkehrsverein Ennigerloh mit:

Verkehrsverein Ennigerloh
Liebfrauenstraße 6
59320 Ennigerloh/Ostenfelde
Tel: (0 25 24) 83 00
Fax: ( 025 24) 44 13

 

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